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„Moments“ – Ein Reisebericht von Frank & Steffi

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Was sind Moments? Keine Ahnung, vermutlich nur wieder so ein merkwürdiger Werbebegriff. So zumindest waren meine ersten Gedanken. Das sollte sich jedoch noch grundsätzlich ändern. Aber der Reihe nach.

 

Alles begann mit einem spontanen Kurzbesuch im Reisebüro „Kristin“, der eigentlich dazu dienen sollte, einen kleinen Herbst-Kurzurlaub einzutüten. Herausgekommen ist dann eine „Moments“-Buchung, geschuldet der tollen Atmosphäre und kompetenten Beratung sowie der Spontanität meiner besseren Hälfte… Nach anfänglichen Zweifeln haben wir, ein Pärchen Anfang 50, im Rückblick diese Buchung der zugegeben nicht ganz billigen Reise nicht eine einzige Sekunde bereut.

 

Es war gigantisch. Unerwartet. Voller Überraschungen.
Unvorhersehbar und trotzdem perfekt.
Perfekt organisiert. Perfekt in (fast) allen Punkten.

 

Warum? Da sind zunächst diese beiden völlig Verrückten - Kristin und Dirk - die ihren Traum leben und dieses Reiseangebot ins Leben gerufen haben und mit Hingabe begleiten. Aber noch viel wichtiger: ihre Gäste daran nicht nur teilhaben lassen, sondern sie einbeziehen. Kristin, die stets Aufmerksame, kreative Ideengeberin mit dem Blick für Details, und Dirk, der technisch versierte Organisator mit immer kühlem Kopf auch in heiklen Situationen, ergänzen sich hervorragend. Respekt! Dazu die handverlesenen Mitreisenden, diese Zufallsgemeinschaft, von der doch immer sooo viel abhängt. Hat super gepasst! Und natürlich die lokale Crew, die größte Unbekannte. Bei sechs Gästen und zwei „Reisebegleitern“ sind diese neun (!) Leute glasklar ein entscheidender Faktor für eine gelungene Reise. Und das waren sie!…

 

Nun ja, jedenfalls saßen wir irgendwann - dem heimischen Februarwetter entkommend - in der Äthiopischen Airline Richtung Maun. Maun? Genau. Maun. Wir haben die Dame am check-in auch erst aufklären müssen, dass das in Botswana liegt… Ankunft in der Wet-Season. Regen. Viel Regen. Und ab morgen im Zelt. Na toll, das wird sicher lustig… Dann erinnerte ich mich an die Worte „Wenn es regnet, regnet es kurz, aber richtig. Dann ist wieder gut, und - es bleibt warm!“ Und genau so war es. Was folgen sollte, war ein unglaublich rastloser und wahnsinnig erlebnisreicher Trip durch das südliche Afrika. Keine Sekunde Langeweile. Kein Telefon, kein Internet. Irre spannend, irre entspannend, irre erholsam. Auch wenn der Tag selten nach fünf Uhr begann. Diese Reise hat unsere Erwartungen übertroffen, obwohl diese bestenfalls wage griffig, geschweige denn definiert waren.Super Camp-Sites, Natur, wie sie nicht natürlicher sein kann. Tiere, Wildnis, Abenteuer. Afrika.

 

Löwe, Gepard, Leopard, Wildhund, Hyäne, Schakal, Elefant, Giraffe, Büffel, Zebra, Gnu, Kudu, Wasserbock, Impala, Warzenschwein, Pavian, Flusspferd, Krokodil, Strauß, Adler, Falke, Kranich und Geier - dies ist nicht ein Auswahlfeld wie beim 6aus49, bei dem möglicherweise paar Treffer dabei sind, die wir gerne sehen wollten. Nein, das ist vielmehr eine recht unvollständige Aufzählung von Tieren, die wir in den knapp zwei Wochen Safari täglich, aus nächster Nähe und in großer Menge ausgiebig beobachten durften. Und das ist weder ein Witz, noch übertrieben, sondern unfassbare Realität.

 

Und genau das waren sie, diese „Moments“.
Sie kamen meist überraschend.

 

Also fast. Denn unsere fähigen Guides wussten meist, wo es was zu sehen geben könnte. Ob durch das Orten von Geräuschen, Fährtenlesen, auf Aas hindeutende Geier auf den von Elefanten geschundenen Baumskeletten, Warnrufe von Vögeln oder das Verhalten von Antilopenherden fanden sie immer reiche „optische Beute“ für uns…
Aber auch die kleinen Erlebnisse auf den täglichen Erkundungstouren mit unserem superbequemen, bestens ausgestatteten, offenen Gameviewer bescherten uns wunderbare „Moments“. Da waren Flussdurchfahrten, tiefe Wasserlöcher auf den sandigen Highways, spontane Tierverfolgungen, die Rettung eines im Schlammloch steckengebliebenen Fahrzeugs oder die spätabendlichen Pirschfahrten mit Suchscheinwerfern. Oder die Bootsfahrten auf den Gewässern des Okawangodeltas.
Es war einfach immer was los. Und das vor der tollen grünen Buschlandschaft im afrikanischen Nichts.

 

Auch Geräusche waren „Moments“. Die nächtliche Nicht-Stille. Die Rufe und Gesänge der unzähligen Vögel. Das Brüllen der massigen Flusspferde und der umherstreunenden Hyänen. Oder der Krach, den der Honigdachs bei seinem Einbruch im Küchenzelt verursacht hat.

 

Natürlich haben auch die wenigen Menschen um uns für „Moments“ gesorgt. Die nette und aufgeschlossene Lebensart der einheimischen Crew, die uns den Aufenthalt in der Wildnis überaus angenehm gestaltete. Die lautlose und für uns kaum spürbare Logistik, die perfekt umgesetzt wurde um unser Camp „wandern“ zu lassen. Der Stolz, mit der unser Mainguide Moronga über die Geschichte und Natur seines Landes berichtete. Die Spitzengastronomie, welche mit einfachsten Mitteln beeindruckend erfolgreich angeboten wurde und uns kulinarischen Hochgenuss bot. Die Willkommensgesänge, mit denen wir abends bei der Ankunft im Camp mit einem kühlen Getränk am Lagerfeuer begrüßt wurden. Die Überraschungstafeln, die an wundervollen Orten aufgebaut waren und mit einem Lunch auf uns warteten…

 

Als ob die unglaublich abwechslungsreiche Safari nicht schon Erlebnis genug wäre, sollten noch weitere Highlights folgen. Der Grenzübertritt nach Simbabwe zum Beispiel, der in keinem Film eindrucksvoller hätte dargestellt werden könnte. Bleibende Erinnerung ist der sehenswerte Aufkleber im Reisepass mit den handschriftlichen Einträgen. Genial. Einmalig. Afrika.

Das Ende unserer Tour sollte allerdings noch einen weiteren Höhepunkt bereithalten - die überaus beeindruckenden Victoriafälle. Zuerst eine Erkundung im fakultativen Helikopterüberflug, dann der ausgiebige Rundgang an den Fällen. Auch hier wieder eine für deutsche Verhältnisse unvorstellbare Nähe zu Natur und Gefahr statt Absperrungen und Perfektion. Nicht unangenehmer Sprühnebel im Gesicht und am ganzen Körper statt verkratzte Plexiglaswände… Der Ausklang dann im Städtchen Victoria Falls bot Gelegenheit, auf dem lebhaften Markt noch ein paar Souvenirs, vornehmlich heimische Holzschnitzkunst, zu „erhandeln“ oder einige landestypische Köstlichkeiten zu probieren. Die Mopane-Raupen waren köstlich, das Zulu-Bier etwas gewöhnungsbedürftig und nicht mit dem obligatorischen 11-Uhr-Tee zu vergleichen.

 

Nun ja, als Fazit bleibt für uns festzuhalten, dass dieser Urlaub eine unglaubliche Erlebnisdichte mit vielen unerwarteten „Moments“ geboten hat. Abwechslungsreich, spannend, erholsam. Gleichsam luxuriös und anarchisch frei.

 

Top organisiert und begleitet.
Eine absolute Empfehlung.

 

Mit nach Hause nehmen wir tolle Erlebnisse, grandiose Tierbeobachtungen und unglaublich viele Erinnerungen, die auf unzählige Fotos gebannt sind.
Vielen Dank an Kristin und Dirk, die Crew und unsere Mitreisenden!

 

Zum Schluss aber noch eine wichtige Warnung:
Vorsicht, Afrika kann süchtig machen!

 

Frank & Steffi, Februar 2025

 

 

PS: Auf eine detaillierte Beschreibung der Orte und des Routenverlaufs habe ich hier bewusst verzichtet, da diese hervorragend in der Reisebeschreibung zur Tour A auf der Website geschildert werden.

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